Visconde de Mauá

Wer über Maua in Brasilien redet, kann zwei wichtige Städte meinen. Zum einen gibt es Maua, das brasilianische Industrie-Zentrum im brasilianischen Bundesstaat São Paulo. Mit über 400.000 Einwohnern ist dieses Maua eine der größten Städte in Brasilien. Zum anderen kann man über die touristisch geprägte Ortschaft Região de Visconde de Mauá mit dem Dorf Maua reden, die im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro an der Grenze zu Minas Gerais liegt.

Irineu Evangelista de Sousa - Visconde de Mauá

Namensgeber für beide Ortschaften ist einer der wichtigsten Männer der brasilianischen Geschichte, Irineu Evangelista de Sousa oder besser bekannt als Visconde de Mauá oder Barão de Mauá (1813-1889). Der Industrielle, Bankier, Politiker und Diplomat Irineu Evangelista de Sousa ist das Symbol für den brasilianischen Kapitalisten des neunzehnten Jahrhunderts. Seine Bedeutung für Brasiliens Wirtschaft kann man zum Beispiel daran ermessen, das er 1851 in Rio de Janeiro die Banco do Brasil gründete, die bis 1986 die Zentralbank von Brasilien war. Er produzieren Schiffe, Heizkessel für Dampfmaschinen, Zuckerfabriken, Kräne, Waffen und Rohre für Wasserleitungen. Es gilt als ein Pionier im Bereich der öffentlichen Dienstleistungen: So organisierte er Dampfschiffgesellschaften in Rio Grande do sul und auf dem Amazonas, im Jahr 1852 beteiligte er sich an der ersten Eisenbahnlinien Recife und São Francisco Railway Company und der São Paulo Railway, verlegte das erste Telegraphenkabel über den Atlantik zwischen Brasilien und Europa.

Maua (SP)

Pilar – so hieß Maua (SP) als es noch eine Ortschaft rund um die Capela Nossa Senhora do Pilar war im 17. und 18. Jahrhundert. 1861 erwarb Irineu Evangelista de Sousa zwei wichtige lokale Unternehmen - CAGUASSU und CAPOAVA. Mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz durch die São Paulo Railway (1867) begann ein schneller Aufstieg von Maua als eine der wichtigsten Industriestädte in Brasilien. Fast ein Drittel des Stadtgebietes von Maua ist von Industrie bedeckt. Neben einer großen – zu Petrobras gehörenden – Raffinerie Pólo Petroquímico (RECAP (Refinaria de Capuava)) sind die Industrieparks von Capuava und Sertãozinho zu nennen.

Região de Visconde de Mauá (RJ)

Die Ortschaft Região de Visconde de Mauá mit ihren Ortsteilen Mauá, Maringá und Maromba liegt am Fluss Rio Preto. Umgeben ist sie von Tälern wie dem Vale das Cruzes, dem Vale do Alcantilado, dem Vale do Pavão und dem Vale da Grama. Visconde de Mauá liegt im Nordosten der Serra da Mantiqueira an der Grenze zum Nationalpark Itatiaia. Ursprünglich war die Region von Puris Indianern bewohnt. Sie waren es auch, die der Region Ihren Namen Mantiqueira gaben, was in der Sprache der Puris soviel wie "Ort an dem die Flüsse entspringen" bedeutet.

Visconde de Mauá ist heute ein wichtiges touristisches Zentrum für Brasilien. Bekannt ist der Ort, der durch den Rio Preto geteilt wird, vor allem wegen seiner wunderschönen Wasserfällen („cachoeira“) wie dem Cachoeira do Escorrega - dem Rutschenwasserfall – der als Wahrzeichen für Visconde de Mauá gilt.

Auch hier hatte Irineu Evangelista de Sousa seine Finger im Spiel: Zunächst hatte er 1870 das waldreiche Gebiet für die Herstellung von Holzkohle lizensiert bekommen. In der – wie sich erst später herausstellte falschen – Annahme, das die Region sich im Klima vielen europäischen Regionen ähnelte, warb er europäische Kolonisten für den Gemüseanbau an. Vor allem die deutschen Auswanderer, die sich in Visconde de Mauá ansiedelten, nutzten das touristische Potential der romantischen Bergregion bereits seit 1930. Visconde de Mauá ist heute ein wichtiges Zentrum des brasilianischen Öko-Tourismus.

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